„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25, 40)

Die Seelsorge an kranken Menschen gehört zum Auftrag einer diakonischen Kirche. Ist der Körper krank so leidet auch die Seele. Der Mensch in seiner Ganzheitlichkeit leidet. So treten auch existentielle und religiöse Fragen auf. Das Interesse an Religiosität ist spürbar, jedoch suchen die Menschen immer weniger im Rahmen der traditionellen Strukturen der Kirche Hilfe und Antworten auf ihre Fragen.

Die Seelsorge im Krankenhaus ist herausgefordert, die christliche Botschaft in eine angemessene, verstehbare Sprache zu fassen und in Gebet und Sakramenten zu vollziehen. Die Seelsorge steht im Dialog mit dem Behandlungsteam im Krankenhaus. In Kooperation mit anderen Disziplinen bringt die Seelsorge die heilende Kraft des christlichen Glaubens zur Sprache und leistet somit einen kompetenten Beitrag in der Begleitung von Patienten/innen.

Ziele

  • Die Diakonie als Grundauftrag christlichen und kirchlichen Handelns sichtbar machen.
  • Aus christlicher Grundhaltung den Menschen in seiner Würde auch in Krisen und Grenzsituationen wahrnehmen, bestätigen, fördern und zu Gott führen.
  • Räume eröffnen, in denen die Erfahrungen der betroffenen Menschen Ausdruck und Sprache finden können.
  • Existentielle Erfahrungen, Krankheits-, Heilungs- und Sterbeprozesse, als Orte religiöser Erfahrung erschließen und deren christliche Deutung ermöglichen.
  • Die persönliche Lebensgeschichte in Beziehung mit religiösen Traditionen und Wurzeln bringen.
  • Menschen die Zuwendung und Begleitung zur Begegnung mit dem Heiland Jesus Christus als Quelle von Trost, Kraft und Heilung ermutigen.
  • Menschen im seelsorglichen Gespräch begleiten, ihnen die Saramente spenden, mit ihnen Gottesdienst feiern, für sie und mit ihnen beten und sie segnen.

Aufgaben

1. Seelsorge im Krankenhaus
Die Seelsorge berührt insbesondere die religiöse, spirituelle Dimension im Leben der Menschen. Der/die Krankenhausseelsorger/in beachtet und respektiert dabei unterschiedliche religiöse Vorstelltungen und Bindungen. Zusammen mit allen anderen Arbeitsbereichen (Medizin, Pflege soziale und therapeutische Dienste, Verwaltung und Hauswirtschaft) leistet die Seelsorge so einen unverzichtbaren Beitrag am Heilungsauftrag im Krankenhaus.

2. Der kranke Mensch und Seelsorge
Der/die Krankenhaus-Seelsorger/in treffen Menschen in einer kritischen Phase ihres Lebens. Die Auseinandersetzung mit Leiden, Krankheit und Schmerz können deren Lebensentwürfe, aber auch diejenigen ihrer Umwelt ins Wanken bringen. Gewohnte Lebensumstände und Beziehungen werden in Frage gestellt. in diesen Krisen und Grenzsituationen will die Seelsorge Menschen ermöglichen, ihren Erfahrungen und ihrem Erleben Ausdruck zu geben. Sie will ihnen begegnen, sie begleiten, sie in ihrer Würde wahrnehmen, bestätigen und fördern. Die heilende und helfende Nähe Gottes ist uns Christen von Jesus Christus und der Kirche in der Feier der Liturgie, vor allem der Sakramente zugesagt. Der christliche Glaube und seine Deutung von Leiden und Hoffnung, Schuld und Vergebung, Tod und Auferstehung trägt dazu bei, die existentiellen Erfahrungen in einem spirituellen, religiösen Kontext zu sehen.

3. Angehörige und Seelsorge
Krankheit trifft immer auch Angehörige. Sie stehen oft unter großer Belastung. Die Seelsorge nimmt auch ihre Bedürfnisse wahr und unterstützt sie nach Möglichkeit in direkter Begleitung oder im Suchen von anderen kirchlichen, sozialen und therapeutischen Angeboten.

4. Mitarbeiter/innen und Seelsorge
Die Mitarbeiter/innen sind durch die Arbeit mit den Patienten und durch die medizinische und gesundheitspolitische Entwicklung oft extrem herausgefordert. Die Seelsorger/innen stehen als Gesprächspartner und mit gezielten Angeboten zur Verfügung. Im Rahmen der Möglichkeiten wirken der/die Krankenhausseelsoger/in in der Aus- und Weiterbildung mit.

5. Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in der Krankenhaus-Seelsorge
Krankenhaus-Seelsorge ist ohne die Mitarbeit von ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen, die kranken Menschen einen Teil ihrer Zeit schenken und ihre Fähigkeiten zur Verfügung stellen, nicht mehr denkbar. Ihre Mitarbeit zeigt, dass die Seelsorge für die Kranken ein Auftrag der ganzen Kirche ist und setzt ein Zeichen der Solidarität von Gesunden mit den Kranken. Der/die Seelsorger steht als Gesprächspartner/in den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen zur Seite. Er begleitet sie und deren Arbeit durch gezielte Angebote.

Wenn auch Sie Interesse haben, beim Krankenhaus-Besuchsdienst mitzuarbeiten, wenden Sie sich bitte an das Zentrale Pfarrbüro der PG Schongau (Tel.: 0 88 61 / 717 12) oder an Diakon Hans Steinhilber.

Ansprechpartner der Krankenhaus-Seelsorge:
Diakon Hans Steinhilber
Kontakt über die Pfarrbüros, Telefon 0 88 61 / 717 12 bzw. 44 32
oder e-Mail: hans.steinhilber@bistum-augsburg.de